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Materialwirtschaft und Fertigungssteuerung (PPS)

Um den Materialbedarf für zu fertigende Produkte zu ermitteln werden üblicherweise zwei Arten der Disposition zugrunde gelegt. Zum Einen, aufbauend auf den Verbrauchszahlen aus der Vergangenheit (stochastisch) zum Anderen die genauere rechnerische Ermittlung (deterministisch) aufgrund eines gegebenen Auftragsvolumens für einen bestimmten Zeitraum.

 

Beide Verfahren werden sicherlich auch parallel benutzt, wenn die ABC-Klassifizierung der erforderlichen Materialien/Artikel einen entsprechenden Anteil an „A-„ und ggf. „B-klassifizierten“ Teile aufweist. Und ganz sicher wird auch bei der genauesten rechnerischen Ermittlung dem Kriterium der „optimalen Losgrößen“ Rechnung getragen; selbst teuere A-Teile fallen mitunter darunter.

 

Will man nun in Richtung „Just in Time“ die Produktionsvorgänge lenken, ist es unerlässlich eine rechnerische Ermittlung der benötigten Materialen zu bewirken. Dabei ist die Basis allen Tuns eine EDV-gerechte Stücklistenorganisation. Doch muss auch berücksichtigt werden, dass manuell geführte Stücklisten aus einer gewachsenen Organisation auf die zu fertigenden Produkte zugeschnitten sind. Die Individualität sollte auch weiterhin Bestand haben und ist bei der Analyse dieser Organisationsform von ausschlaggebender Bedeutung.

Sobald für die Stücklisten eine EDV-gerechte Ordnung gegeben ist, im Besonderen sei hier auch auf Varianten-Stücklisten hingewiesen, lassen sich über entsprechende Gestaltungen von Endprodukt-Beschreibungen - Kundenbauvorschriften - durch spezielle Verfahren, selbst bei umfangreichen variantenbehafteten Produkten, die Teilebedarfsermittlungen für beliebige Zeiträume rechnerisch ohne großen Aufwand ermitteln. Natürlich müssen in diesen Ermittlungen auch Bedarfszahlen für Reparatur- bzw. Ersatzteillieferungen einbezogen werden, deren vermutlicher Bedarf stochastisch über das Verfahren der exponentiellen Glättung ermittelt werden kann.

 

Ein Abgleich der ermittelten Bruttowerte mit vorhandenen Lagerbeständen unter Einbeziehung von Reservierungen und getätigten Bestellungen/Fertigungsaufträge führt letztlich zum Nettobedarf der durch Einkauf und Fertigung erbracht werden muss.

 

Sind auch die Arbeitspläne in EDV-gerechter Form vorhanden lässt sich eine termingerechte Teilefertigung bei optimaler Kapazitätsauslastung  bewirken.

Grundsätzlich kann also gesagt werden: bei größtmöglicher Anwendung des „Just in Time“ schrumpfen die Lagerbestände wie auch die erforderlichen Lagerplätze und somit die Kapitalbindung.